Hoch.Sensibilität beinhaltet eine sehr genaue Art und Weise das Leben sensorisch und sinnhaft, sinnvoll bis sinnlich zu erfassen.

Dazu gehört die Bereitschaft die Welt anders zu erfahren:  vielfältige Fähigkeiten kleiner oder großer Menschen, sich in unterschiedliche Atmosphäre, Situationen und emotionale Befindlichkeit anderer Menschen einzufühlen genauso wie in sich selbst!

 

Generell ist hohe Sensibilität einer der Grundpfeiler menschlichen Zusammenlebens.

Ein Mensch ohne Sensibilität ist auf ein komplexes  Gerüst aus Regeln angewiesen, um ein funktionierendes Mitglied der Gesellschaft sein zu können. Die konstruktive Lösung von Konflikten wird durch Sensibilität & sensorisches Empfinden für Situationen erst ermöglicht, wenigstens aber deutlich einfach harmonischer!

 

Hoch.Sensibilität ist ein Wesenszug und eine Fähigkeit, die in die Wiege gelegt wird. Gelegentlich kann diese enorme Sensibilität auch durch traumatische Ereignisse entstehen und bleiben oder eben auch nur teilweise fortbestehen.

 

Hoch.Sensibilität wird ermöglicht durch eine andere, gesunde Gehirnstruktur, die mit einer biologischen Tatsache einhergeht: der Balken, der die Gehirnhälften -links und rechts- miteinander verbindet, ist verkürzt oder dünner! Das ermöglicht die direkten, simultanen & parallelen Verarbeitungsprozessen. Damit laufen zum Teil auch hormonelle Prozesse - die Jugendlichkeit auch im Alter, eine "Spätzünder-Dynamik" u.a.- anders ab.

 

Dazu gehört auch eine anderen Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse: die z. B. bei Flucht-und-Kampf-oder-Bleiben-Entscheidungen wesentlich schnellere, unbewusste Impulse in das Nervensystem gibt und eine wesentlich höhere Wachheit der gesamten Sinne und Fokussierung im Alltag mit sich bringt.

Die Nebennierenrindenfunktion ist ebenfalls erhöht und damit ist die Insulinreaktion ebenfalls verändert; das ist bei der Ernährung zu beachten und erklärt wieso Kaffee, Alkohol und Nikotin anders wirken.

Die Folge sind ein anderes Pausenbedürfnis, ein anderer biologischer Tagesrhythmus, andere Ernährungswünsche und vieles mehr.

 

Es betrifft 15% bis 20 % der Menschen in Deutschland und ist unabhängig von Gesellschaftsschicht oder Bildung  oder Kultur (das sind 12.500.000 Menschen von fast 83.000.000 deutschen Bundebürge) betrifft; in anderen Ländern gibt es ähnliche Verteilungen). A

Auf der anderen Seite stehen ca. 6 - 7,5 Millionen Menschen, die Gefühlsblind sind oder unerfahren und ungeübt eigene Empfindungen und Gefühle auszudrücken - verbal, mündlich oder schriftlich) Die aber durchaus emotional reagieren, attackieren, mit Gewalt auf körperlicher, körperlich-sexueller,  mentaler oder seelischer Ebenen Betäubung mit Alkohol, Nikotin, anderen Drogen und Psychopharmaka auf Dauer führen zu fataler Empfindungslosigkeit und damit zur Handlungslosigkeit - Flucht ist alles andere als eine gute Antwort.

 

So fragte mich eine einstmals befreundete Mutter von zwei hoch.sensiblen Jungs, ob ich sie dahin coachen würde, selbst Ritalin zu nehmen, was ich ablehnte zum Schutz der Kinder. Eine gefühlsreduzierte Mutter oder ein gefühlsamputierter Vater gleichen einem mechanisierten Roboter, der Befehlen der Gesellschaft folgt und nicht einem natürlichen Gefüge aus Empfindsamkeit.

 

Jesper Juul, ein dänischer Familientherapeut, führte vor, was in einer Elterngruppe passierte:

 

... Wenn ich über eine längere Zeitspanne mit Eltern in Gruppen arbeite, antworte ich ihnen auf ihre fatalistische  Feststellung, es sei ja heute eh alles aussichtslos,  in Form einer Bescheinigung, auf der Folgendes steht:

Ich Vater, von Alexander, gebe meine Verantwortung an die anderen Eltern der Klasse ab! Plötzlich  horchten die Eltern auf und protestierten dann auch sogleich: Nein, natürlich möchte ich für meine Familie verantwortlich sein!"  Und so gelingt es Eltern nahe zu bringen, dass es wichtig ist, dass sie sich selbst erziehen und ihre Familienkultur aktiv zu bestimmen".

 

Genau das ist der Weg für Hoch.sensible Menschen ihr Leben in die Hände zu nehmen und zu gestalten, sie haben die Seismizität, den Spürsinn und die Empathie für sich selbst. Deshalb kann es sein, dass sie mehr oder bewusster für sich aufstehen und notfalls auch Situationen verlassen müssen.

Sie müssen nicht immer nur aushalten; Disziplin ist für Hoch.Sensible immer auch mit Hingabe verbunden und mit Wertschätzung für sich selbst - manchmal müssen sie genau das auf ihrem Weg (wieder) lernen, sollten sie gezwungen worden sein, das zu vergessen. Sie sind durch aus geduldig und duldsam im Kontakt mit Menschen; nur wenn sie sich entschieden haben aufzubrechen, dann läuft alles in diese Richtung: notfalls verlassen sie dann einstmals wichtige Menschen für immer oder sie testen nach Zeitabläufen ihrer eigenen Fortschritte, ob der Kontakt wieder aufgenommen werden kann- ganz leicht. Wenn nicht, erinnern sie sich über die Inhalte des Kontaktabbruches und die so "Stehengebliebene Situation", die auch mit neuem eigenen Bewusstsein eben in schalen, faden Wassern stehen bleibt und nichts Frisches trägt, was neu belebt und einen gemeinsamen Fortschritt bringt.

 

So lernen Hoch.sensible für sich selbst Stärke und Klarheit zu entwickeln, wo andere vermeindlich Schwäche definieren.

 

Hoch.Sensibilität ist vielfältig, facettenreich und zugleich differenziert.

Es ist eine Gabe mit Talenten und Fähigkeiten, die anders und trotzdem normal sind. Und die in der Gesellschaft wie in Familien und Partnerschaften gebraucht werden.

 

 

"Das ist immens wichtig, denn als Hochsensibler muss" frau wie mann" (Änderung der Autorin) sich erkennen.

Wer immer nur alleine mit dem vagen Gefühl des Andersseins, des Andersfühlens und Wahrnehmens in der Welt unterwegs ist, der zweifelt naturgemäß an sich und seinen Fähigkeiten.

Auch in Bezug auf hochsensible Kinder ist

es wichtig, immer wieder an die Öffentlichkeit z gehen und über diesen Wesenszug zu informieren."

Birgit Trapmann-Korr